Akti­on für Frie­den

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Offe­ner Brief an Abge­ord­ne­te des Deut­schen Bun­des­tags


Sehr geehr­te Abge­ord­ne­te des Deut­schen Bun­des­tags,

Eine Fra­ge von Krieg oder Frie­den!

Ich (» Impres­sum | » Autor) - ein Thü­rin­ger, wohn­haft mit­ten in Deutsch­land in der Nähe der Luther­stadt Eisen­ach, ehe­ma­li­ger Berufs­of­fi­zier in einer Armee, seit 31 Jah­ren ver­hei­ra­tet, Vater einer Toch­ter und Groß­va­ter eines 1½jährigen Enkels, Natio­na­li­tät zufäl­lig Deutsch (aber ohne Bedeu­tung) - wen­de mich an Sie in einer Situa­ti­on für Euro­pa und die Welt, die seit der Kuba­kri­se im Jahr 1961 (mei­nem Geburts­jahr) nicht mehr so bri­sant war, um eine unheil­vol­le, end­gül­ti­ge Ver­nich­tung unse­res Lebens­raums mit­ten in Euro­pa ein­zu­lei­ten.

Der Frie­den ist in höchs­ter Gefahr und Sie tra­gen Mit­ver­ant­wor­tung. Ich spre­che zu Ihnen als reli­gi­ös und poli­tisch BEFREITER, weil kei­ner Reli­gi­on oder Par­tei ange­hö­rend.

Bin ich mir bewusst, Ihre Poli­tik beein­flus­sen zu kön­nen?

NEIN - lei­der ist das dem Wäh­ler nicht ver­gönnt - offen­sicht­lich auch nicht durch sei­ne Stim­me. Dann wür­den aktu­ell Vie­le aus Ihrer Mit­te zu dem The­ma - das Ver­hält­nis mit Russ­land betref­fend - anders ent­schei­den. Dafür bürgt wohl lei­der die “Des-Funktion” einer getäusch­ten Demo­kra­tie in der aus­lau­fen­den Moder­ne, die zual­ler­erst vom Lob­by­is­mus Prä­gung fin­det.

Ver­hält­nis Deutsch­lands - Russ­land und das The­ma Frie­den

Und TROTZDEM möch­te ich Ihnen - den Ange­hö­ri­gen der Bun­des­re­gie­rung - ach­tungs­voll gegen­über­tre­ten und von einem Tref­fen im fer­nen Sibi­ri­en am gro­ßen Bai­kal mit einem legen­dä­ren, hoch geach­te­ten Scha­ma­nen berich­ten. Denn - ich bin nicht nur Rea­list, son­dern auch Opti­mist.

Denn - Sie als Abge­ord­ne­te des Vol­kes trü­gen die volls­te Ver­ant­wor­tung für Alles, was neue Krie­ge her­vor­brin­gen wür­den.

Sie - die Bun­des­re­gie­rung und die EU - den­ken aktu­ell über neue Sank­tio­nen gegen Russ­land nach. An rus­si­schen Gren­zen posi­tio­nie­ren sich seit 25 Jah­ren zuneh­mend NATO-Streitkräfte. Sind das Aktio­nen für den Frie­den? Statt drin­gend ange­sag­ter Dees­ka­la­ti­on betrei­ben sie wei­te­re Ver­schär­fung und Kon­fron­ta­ti­on. Die NATO hat ihren mili­tär­stra­te­gi­schen Cha­rak­ter als Ver­tei­di­gungs­bünd­nis ver­lo­ren.

Als ein Teil­neh­mer einer wun­der­ba­ren Rei­se im August die­sen Jah­res zu den fried­lie­ben­den, rus­si­schen Men­schen am Bai­kal erwar­te ich von Ihnen, dass sie mit den Rus­sen pri­mär an einer Dees­ka­la­ti­on arbei­ten, mit ihnen reden, statt dem gro­ßen Russ­land nur stän­dig, u.a. mit Sank­tio­nen, vor den Kopf zu sto­ßen.

ICH ERWARTE DAS ALS IHR NICHT-WÄHLER ...

... und - wohl­ge­merkt - als ein Mensch, der nicht das gerings­te Ver­ständ­nis für Neu-Rechte Hor­den und fol­gen­de neo­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Pogro­me in die­sem Land hat.

Wir, die Teil­neh­mer einer Baikal-Reise, haben die­se groß­ar­ti­gen Rus­sen ken­nen­ge­lernt - Men­schen über­all, aus allen Schich­ten, in den Wei­ten der Tai­ga, am magi­schen Bai­kal, der Quel­le der Erde. Wir sahen Men­schen, die über­wie­gend einen hohen Respekt vor der deut­schen Kul­tur und den Men­schen aus Deutsch­land haben. War­um kam das - die­ser Respekt - für uns über­ra­schend?

Deut­sche Regie­rung - ICH MAHNE SIE - zer­stö­ren Sie die­sen Respekt nicht! Sie wür­den die Zukunft unse­res Lan­des und sei­ner Kin­der zer­stö­ren.

Sie zer­stö­ren den Sta­tus Quo aus der Wie­der­ver­ei­ni­gung

Ent­ge­gen ursprüng­li­cher Ver­spre­chun­gen wird Russ­land von einem neu­en NATO-Stützpunkt nach dem ande­ren regel­recht ein­ge­kreist. Das sehen Blin­de mit Krück­stock - die nur mal ab und an Radio hören. Die­se Aktio­nen gefähr­den den Frie­den.

Wer bedroht hier wen und gefähr­det höchst aggres­siv den Frie­den? Möch­te Jemand einen Krieg mit dem rie­si­gen Land? Wer erhofft sich Pro­fi­te? Wel­che unsäg­li­che Rol­le spielt die USA? Müs­sen wir ihr für immer US-gehörig sein - auf die Gefahr hin des eige­nen Unter­gangs?

War­um kei­ne Sank­tio­nen gegen die USA - dem Land, in dem seit Jahr­zehn­ten Stra­te­gen des Militärisch-Industriellen Kom­ple­xes, ihre Part­ner in der Regie­rung, bei NSA, CIA, FBI, sowie transatlantisch-neoliberale Mul­ti­mil­li­ar­dä­re, Groß­in­ves­to­ren, Groß­in­dus­tri­el­le ver­ant­wort­lich sind für Krie­ge und Mas­sen­fluch­ten über­all auf der Welt? IST IHNEN DAS NICHT BEWUSST?

Meine/unsere Eltern, Groß­el­tern, unse­re Vor­fah­ren haben zwei Welt­krie­ge mit­er­lebt.

NEIN - NIE WIEDER KRIEG MIT RUSSLAND!

Mit Russ­land ver­bin­det uns Deut­sche und Euro­pä­er seit Jahr­hun­der­ten tra­di­tio­nell viel mehr, als uns trennt. Wir kön­nen so unend­lich viel mit­ein­an­der respekt­voll GEBEN & NEHMEN.

Im Inter­es­se der Frie­dens­er­hal­tung ist es das Gebot der Stun­de
  1. Sofor­ti­ger Stopp aller NATO-Militärtransporte und -Akti­vi­tä­ten an den rus­si­schen Gren­zen!
  2. Sofor­ti­ger Stop aller Sank­tio­nen, aus denen höchs­tens ihr Initia­tor, die USA gewal­tig pro­fi­tiert - von Sank­tio­nen, die unse­rem Land, unse­ren Unter­neh­men und Arbeit­neh­mern noch am aller­meis­ten scha­den.
  3. Neu­or­ga­ni­sa­ti­on der NATO wie­der zu einem Ver­tei­di­gungs­bünd­nis - einem euro­päi­schen OHNE die USA(!).

Deut­sche und Rus­sen sind über­wie­gend fried­lie­ben­de Men­schen in einem Ziel ver­eint - einen Krieg zwi­schen Deutsch­land und Russ­land, einen Alles zer­stö­ren­den gro­ßen Krieg in Euro­pa und womög­lich einen ato­mar geführ­ten Welt­krieg zu ver­hin­dern!

Was mei­nen Sie zu einer gemein­sa­men Wirtschafts- und Frie­dens­part­ner­schaft vom Nord­at­lan­tik bis zur Bering­stra­ße? Es ist ein jahr­hun­der­te­al­ter Traum UND mach­bar.

Über das an die­ser Stel­le von mir Erwähn­te sprach ich mit dem gro­ßen Scha­ma­nen - einem weit über das Land hoch ver­ehr­ten und legen­dä­ren Scha­ma­nen, der auch schon zu Vor­trä­gen an deut­schen Uni­ver­si­tä­ten weil­te.

Tief und ehr­lich sahen wir uns in die Augen.

Mit Stolz sprach er auch von einem Fest der Scha­ma­nen, in dem er jedes Jahr die berühm­tes­ten Ver­tre­ter des Scha­ma­nis­mus am Scha­ma­nen­fel­sen am Bai­kal emp­fängt. Die Ver­tre­ter kom­men unter ande­rem von den Urvöl­kern Asi­ens, Aus­tra­li­ens und Nord­ame­ri­kas. FRIEDEN ist ihr aller Anlie­gen - und nicht die Kon­fron­ta­ti­on.

Sie - die Scha­ma­nen der Urvöl­ker die­ser Erde ...

... sie sind sich einig. VIELFALT erhält die Erde und nicht ein Ras­seln mit Zei­chen der Stär­ke. TOLERANZ und TEILEN zwi­schen Reli­gio­nen und Natio­nen - das macht die Welt fried­lich und inter­es­sant UND vor allem zukunfts­fä­hig. MITEINANDER mit der Natur und nicht maß­lo­ses Abzo­cken aller Res­sour­cen der Erde - das sichert uns ein Über­le­ben.

beim legendären burjatisch-mongolischen Schamanen Valentin Hagdaev - Gespräch über Heiliges und den Frieden
Der Autor beim legen­dä­ren bur­ja­ti­schen Scha­ma­nen Valen­tin Hag­da­ev - im Gespräch über Hei­li­ges und den Frie­den

Die­ser Scha­ma­ne schau­te mir so tief und ach­tungs­voll in mei­ne Augen – bis in mei­ne letz­ten Gedan­ken­gän­ge. “Ohne die Viel­falt wäre die Welt ein Nichts” - sei­ne Kern­aus­sa­ge. Das höchs­te Wesen auf der Welt ist im Glau­ben die­ses Scha­ma­nen weder einer der vie­len Geis­ter des Scha­ma­nis­mus oder irgend­ein okul­ter Poli­ti­ker und weder ein Gott. Das höchs­te zu ver­eh­ren­de Wesen sind die Eltern. Ohne sie wür­de es uns nicht geben.

Wir spra­chen über die Zukunft. Wie wird sie aus­se­hen? Er konn­te mir dazu Eini­ges sagen. Er mahn­te aber - es sind Din­ge, die für die Gesell­schaft Han­deln erfor­dern – die nicht im Selbst­lauf pas­sie­ren.

Der Frie­den liegt nur in unse­ren Hän­den.

Mei­ne Damen und Her­ren in der deut­schen Regie­rung und im Bun­des­kanz­ler­amt - bei den Kin­dern Deutsch­lands, bei der Rus­si­schen See­le und dem Hei­li­gen Bai­kal: „Ich will noch Eini­ges für die Zukunft erhof­fen, aber kei­ne fehl­ge­lei­te­te Macht und kei­ne Krie­ge, die dar­aus ent­sprin­gen!“

Der Scha­ma­ne bün­delt sei­ne Sicht in der Aus­sa­ge: “Die Zukunft liegt nur in unse­ren Hän­den!”

Am Scha­ma­nen­fel­sen mit­ten auf dem Bai­kal äußer­te er mir sei­nen größ­ten Wunsch. Er wün­sche sich, dass sich die bei­den Län­der Russ­land und Deutsch­land wie­der ver­ste­hen - so, wie es im bes­ten Sin­ne in den ver­gan­ge­nen Jahr­hun­der­ten der Fall bzw. bes­te Tra­di­ti­on war - so, wie wir auch schon bis vor weni­gen Jah­ren in Euro­pa auf dem aller­bes­ten Weg waren.

Jemand schien das zu stö­ren. Wen wohl?

Ich beschwö­re Sie beim legen­dä­ren burjatisch-mongolischen Scha­ma­nen → Valen­tin Wla­di­mi­ro­witsch Hag­da­ev: “Sehen Sie zu, dass die bei­den Regie­run­gen wie­der auf­ein­an­der zu gehen. Ver­brei­ten wir posi­ti­ve Bot­schaf­ten im Sin­ne des Frie­dens zwi­schen bei­den Natio­nen.”

Gewalt­fan­ta­si­en von Poli­ti­kern oder Extre­mis­ten die­ser Welt ...

... sind zer­stö­ren­de Werk­zeu­ge. Da waren wir uns einig. Um die­ses Anlie­gen zu unter­mau­ern, rauch­te ich mit dem gro­ßen Scha­ma­nen Valen­tin die mir zuge­reich­te Frie­dens­pfei­fe. Valen­tin war das als sym­bo­li­scher Akt sehr wich­tig.

Mir, einem Par­tei­lo­sen und über­zeug­ten Athe­is­ten, der sich aber auch seit Jah­ren tief mit Reli­gio­nen und ihrer Rol­le beschäf­tigt - mir war das Gespräch mit dem Scha­ma­nen eine gro­ße Ehre – Спасибо! Для меня это было почестью.

Sehr geehr­te Abge­ord­ne­te des Deut­schen Bun­des­ta­ges, unser Weg am Bai­kal und der Scha­ma­ne könn­ten Ihnen eine Inspi­ra­ti­ons­quel­le sein - natür­lich nur, wenn sie ihr offen begeg­nen. Dann kann Jeder auch sei­ne eige­nen Gren­zen über­win­den.

Der Scha­ma­ne und ich - wir trenn­ten uns wie Brü­der.

So hof­fen wir, dass sich Deutsch­land und Russ­land wie zwei Bru­der­völ­ker wie­der für bei­de vor­teil­haft mit Wür­de und Respekt begeg­nen wer­den.

Ach­tungs­voll for­de­re ich Sie auf

TUN sie ALLES - leis­ten Sie akti­ven, kon­struk­ti­ven Bei­trag für den Frie­den.
Lösen Sie sich von alten Fes­seln.
Auch Sie und Ihre Kin­der wür­de ein Krieg ver­hee­rend betref­fen.
Han­deln Sie als Abge­ord­ne­te ihrer Wäh­ler und nicht als Bei­ge­ord­ne­te der Lob­by.

Hier für Sie und alle Inter­es­sier­te mein voll­stän­di­ger Bericht vom » BAIKAL.

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Hin­weis:

Die­ser offe­ne Brief wur­de als Peti­ti­on gesen­det an den Deut­schen Bun­des­tag am 24.10.2016 an:

Deut­scher Bun­des­tag, Platz der Repu­blik 1, 11011 Ber­lin
Email: mail@bundestag.de | vorzimmer.puk4@bundestag.de

Gleich­falls erfolg­te am 27.10.2016 eine Über­mitt­lung die­ses Offe­nen Brie­fes an den Deut­schen Bun­des­tag als Peti­ti­on direkt an den → Peti­ti­ons­aus­schuss.

 

Ein Gedanke zu „Akti­on für Frie­den

  1. Guten Tag Herr Wol­le Ing,
    habe mit Inter­es­se zwei Bei­trä­ge von Ihnen gele­sen. Zum Einen offen­bar zu unse­rem gemein­sa­men “Freund” RS und zum Ande­ren Ihre Peti­ti­on an den Bun­des­tag. Mein Respekt zu Bei­dem.
    Hier in Deutsch­land muss man viel Opti­mis­mus haben, wenn man etwas bewe­gen will. Man kann hier schrei­ben was man will, aber ändern tut sich nichts. Bei­trä­ge wie von RS wer­den freu­dig publi­ziert, ande­re fin­den gar nicht den Weg an die Öffent­lich­keit. Die­ser Mensch RS, gebo­ren 1971 in Augs­burg, muss unend­lich unter der Sowjet­uni­on bzw. Russ­land gelit­ten haben, um solch ein fürch­ter­li­ches Bild von Russ­land zu ver­brei­ten.
    Ich sel­ber bin Jahr­gang 1945, habe die DDR erlebt und wur­de nun Bür­ger der Bun­des­re­pu­blik. Die Unter­schie­de zwi­schen Ver­gan­ge­nem und Jet­zi­gem ist sehr wohl unter­scheid­bar.
    Ohne Ergän­zun­gen kann ich das von Ihnen Auf­ge­schrie­be­ne unter­schrei­ben. Erin­nert sei nur an die Aus­füh­run­gen von Geor­ge Fried­man Chi­ca­go Coun­cil on Glo­bal Affairs. Dar­aus ergibt sich, Deutsch­land wird immer treu­er Vasall der USA sein und blei­ben. Wie sagt unse­re Kanz­le­rin, das ist alter­na­tiv­los!
    Freun­de in Russ­land zu haben, ist eine tol­le Sache und dazu noch die­se Spra­che spre­chen zu kön­nen ... es ist unser Pri­vi­leg und wir sind stolz dar­auf.
    Mich inter­es­siert noch das “Feed­back” auf Ihre Peti­ti­on an den Bun­des­tag ... ich ver­mu­te mal, es gibt von den regie­ren­den Par­tei­en Null Reso­nanz.
    Ich wün­sche ihnen viel Erfolg in Ihrem Rin­gen, aber gegen­wär­tig ist alles nicht von Ver­nunft getra­gen.
    Grüs­se, G. John

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