Azo­ren

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Rei­se­füh­rer über die AZOREN

AZOREN Rei­se­füh­rer

Die Azo­ren - vor eini­gen Jah­ren ver­weil­ten wir eini­ge Zeit auf die­ser Insel­grup­pe.

reise_azoren_1Maka­ro­ne­si­en im Atlan­tik

Der Atlan­ti­sche Oze­an brei­tet sich auf der Nord­halb­ku­gel in sei­ner typi­schen, zuwei­len rohen und zugleich fas­zi­nie­ren­den Prä­gung aus. Die ihn öst­lich und west­lich tan­gie­ren­den Kon­ti­nen­te ber­gen die schein­ba­ren Vor­zü­ge mensch­li­cher Zivi­li­sa­ti­on. Inseln im Atlan­tik bie­ten sel­te­ne Ruhe und Ein­sam­keit.

Man­cher möch­te sich dem Zivi­li­sa­ti­ons­stress zuwei­len ent­zie­hen. Dabei kommt man nicht vor­bei an den Insel­grup­pen der Maka­ro­ne­si­en oder Maka­ro­ne­si­schen Inseln – grie­chisch gesegnete/glückliche Inseln.

Die Bezeich­nung Maka­ro­ne­si­en bezieht sich in der Geo­bo­ta­nik auf das Flo­ri­en­ge­biet, das die im öst­li­chen Zen­tral­at­lan­tik lie­gen­den sub­tro­pi­schen Insel­grup­pen größ­ten­teils vul­ka­ni­schen Ursprungs umfasst. Trotz der gro­ßen Ent­fer­nun­gen herr­schen Gemein­sam­kei­ten hin­sicht­lich der Tier- und Pflan­zen­welt zwi­schen den ein­zel­nen Inseln. Die Flo­ra und Fau­na ist durch einen hohen Ende­mi­ten­an­teil gekenn­zeich­net. Es gibt dort Pflan­zen oder Tie­re, die nur in der räum­lich klar abge­grenz­ten Umge­bung die­ser Archi­pel vor­kom­men. In höhe­ren Berg­re­gio­nen ist der Lor­beer­wald cha­rak­te­ris­tisch.

Maka­ro­ne­si­en umfasst fünf Insel­grup­pen, die Azo­ren (Por­tu­gal), Madei­ra (Por­tu­gal), Ilhas Sel­va­gens(Por­tu­gal), Kana­ri­sche Inseln (Spa­ni­en), Kap­ver­di­sche Inseln (seit 1975 unab­hän­gig von Por­tu­gal).

reise_azoren_2Die Azo­ri­schen Inseln

Und wer sich dem Zivi­li­sa­ti­ons­stress wirk­lich ent­zie­hen will, trifft zwangs­läu­fig auf das Azo­ri­sche Archi­pel. “Reif für die Insel?” Die neun Inseln der  Azo­ren - zu Deutsch Habichts­in­seln - befin­den sich tau­sen­de Kilo­me­ter abseits der kon­ti­nen­ta­len Errun­gen­schaf­ten. Sie lie­gen im Bereich 36 bis 40 Grad nörd­li­cher Brei­te und 24 bis 31 Grad west­li­cher Län­ge mit­ten im Atlan­tik zwi­schen Euro­pa und Nord­ame­ri­ka.

Die Inseln waren über vie­le Jahr­hun­der­te hin­weg wich­ti­ge Anlauf­stel­le auf dem Weg über den Atlan­tik. Der Golf­strom bewegt sich am West­teil des Archi­pels ent­lang aus dem Golf Mexi­kos kom­mend in Rich­tung Nord­see. Man ist hier mit­ten im Atlan­tik auf einem Vul­kanei­land. Man ist auf den Gip­feln eines gewal­ti­gen, vie­le Kilo­me­ter hohen atlan­ti­schen Unter­see­ge­bir­ges.

Das Azo­ri­sche Archi­pel – ein Geheim­tipp für Rei­sen­de? Doch eher wohl ein Tip für Ruhe­su­chen­de, die den Mas­sen­tou­ris­mus nicht fol­gen wol­len oder eine außer­ge­wöhn­li­che Umge­bung, Natur und Land­schaf­ten mit außer­ge­wöhn­li­chen Men­schen suchen. Die Zeit neh­men die Ein­hei­mi­schen nicht so ernst – sie ist nur eine Gei­ßel. “War­ten” sieht man hier als glück­li­che Ein­ge­bung – man hat so Zeit, über sein Leben nach­zu­den­ken.

Hier gibt es auch Sport­mög­lich­kei­ten zum Gol­fen, Tau­chen, Ten­nis, Hoch­see­fi­schen, Rei­ten, Berg­wan­dern, Segeln und Para­gli­ding. Schö­ne Strän­de und ein­sa­me Buch­ten laden zum Baden ein.

Nicht Jeder kann sofort etwas mit den Inseln anfan­gen. Zumin­dest sind sie vie­len Euro­pä­ern aus den täg­li­chen Wet­ter­be­rich­ten bekannt – wenn es so schön heißt: “Das Azoren-Hoch ‘XYZ’ zieht in Rich­tung Euro­pa und bringt eine sta­bi­le Schön­wet­ter­la­ge.” Die­ses Hoch ent­wi­ckelt sich in der Regel süd­lich des Azo­ri­schen Archi­pels.

Auf dem Azo­ri­schen Archi­pel ist das Wet­ter nicht immer sta­bil. Ein Tag hat hier mit­un­ter meh­re­re Wet­ter­la­gen mit schnel­len Wech­seln von Son­nen­schein, Wind­stil­le, Sturm­bö­en und kur­zen Regen­schau­ern. Die Berg­spit­zen lie­gen oft­mals in Nebel­bän­ken ver­hüllt.

Das eige­ne Gefühl ver­mit­telt aber einem im Som­mer nie das Emp­fin­den von unan­ge­neh­mer Käl­te oder Schlecht­wet­ter – im Gegen­teil. Die Tem­pe­ra­tu­ren lie­gen tags im Win­ter meist gleich­mä­ßig und zuver­läs­sig bei 14 bis 16 Grad und im August bei nicht so hei­ßen 26 bis 28 Grad. Nachts kühlt es nur wenig ab. Der Atlan­tik hat hier Mit­te Juli bis Sep­tem­ber eine Was­ser­tem­pe­ra­tur von etwa 22 Grad und im Win­ter kaum unter 16 Grad.

Kli­ma­tisch bedingt gibt es hier eine sta­bi­le Flo­ra und Fau­na, die das gan­ze Jahr über zu bewun­dern ist. In die­ser sub­tro­pi­schen Atmo­sphä­re erlebt man eine spe­zi­el­le Azo­rea­ni­sche Aus­prä­gung von Flo­ra und Fau­na. Es gibt hier 56 Pflan­zen­ar­ten, die sonst nir­gend­wo auf der Welt zu fin­den sind.

Eins ist beson­ders auf­fäl­lig. Über­all grünt es – das gan­ze Jahr über. So sind auch die Übergangs- oder Win­ter­mo­na­te erleb­nis­reich, wenn hier fast kei­ne Tou­ris­ten unter­wegs sind. Und über­all fin­den sich Blu­men in allen Far­ben. Es gedei­hen bes­te tro­pi­sche Früch­te. Euro­pas letz­ten zwei Tee­plan­ta­gen befin­den sich im Nor­den der Insel Sao Miguel um Gor­re­na. Die Inseln sind ein grü­nes Para­dies.

Bezo­gen auf ihren Ursprung sind die Inseln ein Para­dies, das nie still steht. Das Archi­pel bil­det auf dem mit­tel­at­lan­ti­schen Rücken eine Bruch­zo­ne. An ihr steigt Mag­ma empor, das die Nord­ame­ri­ka­ni­sche und Eura­si­sche Plat­te wei­ter aus­ein­an­der­drängt.

Das Was­ser des Atlan­tik erscheint an den Strän­den ob des schwar­zen Vul­kan­san­des tür­kis­blau. Es ist so sal­zig, dass man beim Schwim­men fast selbst getra­gen wird und beim Schnor­cheln schnell einen gewal­ti­gen Durst bekommt.

Wäh­rend sich unter mir auf dem Mee­res­bo­den ver­schie­de­ne Fische zwi­schen den Stei­nen schlän­geln, fra­ge ich mich: “Was war hier zuerst: “Die Insel, die­se ein­ma­li­gen Flo­ra und Fau­na oder der Oze­an.” Egal, legen wir die Dia­lek­tik besei­te. Phi­lo­so­phisch und zugleich schlicht betrach­tet könn­te man sagen: “Nicht die Zeit bzw. Rei­hen­fol­ge ist ent­schei­dend, son­dern das Jetzt bzw. das Sein.” Oder, wie sagt man in Chi­na: “Der Weg ist das Ziel.” Und der Atlan­tik ist heu­te und an die­sem Ort auf einem guten Weg … wenn denn nicht der Mensch mit sei­nem Ölplatt­for­men wäre – oder auf die­ser Welt immer noch Wale und Del­fi­ne gejagt wer­den – oder … – nein, ver­las­sen wir erst mal die­se Betrach­tung.

Wer die­se Azo­rea­ni­sche Idyl­le besu­chen will, wird unwei­ger­lich beim ers­ten Besuch Bekannt­schaft mit der Haupt­in­sel Sao Miguel machen. Hier ist in Pon­ta Del­ga­da der inter­na­tio­na­le Flug­ha­fen der Inseln.

Jede Insel bie­tet ihren eige­nen, ganz beson­de­ren Reiz. Die Inseln haben in ihrer Grö­ße nur gerin­ge Aus­ma­ße. Etwa 242.000 Ein­woh­ner ver­tei­len sich auf den neun Inseln. Man fin­det hier die ein­hei­mi­schen Por­tu­gie­sen, die fast tau­send­fünf­hun­dert Kilo­me­ter von Lis­sa­bon ent­fernt so gar nicht Por­tu­gie­sen sind. Sie haben über sechs Jahr­hun­der­te nicht nur einen eige­nen Dia­lekt, son­dern auch eine eige­ne Kul­tur ent­wi­ckelt. Sie haben aber auch vie­le Ent­beh­run­gen auf sich neh­men müs­sen.

Unge­fähr eine Mil­lio­nen Azo­rea­ner sie­del­ten in der Ver­gan­gen­heit aus, zumeist auf den nord­ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent. Man nennt sie hier Emi­gran­ten. Zuwei­len besu­chen sie wie­der ihre alte Hei­mat. Sie machen wohl den Haupt­teil der Besu­cher aus. Wenn ein Ein­hei­mi­scher sel­ten genug die Inseln ver­lässt, dann zieht es ihn eher auf den nord­ame­ri­ka­ni­schen Kon­ti­nent, als zum Mut­ter­land, um sei­ne emi­grier­ten Anver­wand­ten zu besu­chen.

Vom Armen­haus Euro­pas haben sich die Inseln seit den 90gern Jah­ren rela­tiv ver­ab­schie­det, seit dem reich­lich EU-Fördermittel hier­her flos­sen. Die Azo­rea­ner sind sich zumeist bewusst dar­über, dass das vor allem aus Deutsch­land geflos­se­ne EU-Fördergeld die Lebens­be­din­gun­gen auf der Insel wesent­lich zu ver­bes­sern half.

Aber, wo sind schon die eigent­li­chen Wer­te zu suchen, wenn man nicht nur von mate­ri­el­len Wer­ten spricht? Hier erin­nert einen auf Schritt und Tritt sehr ange­nehm auch Ursprüng­li­ches aus frü­he­ren Zei­ten. In der Land- und Fische­rei­wirt­schaft sind nur noch 12 % der Berufs­tä­ti­gen beschäf­tigt. Als Besu­cher soll­te man in den klei­nen Märk­ten auf ein­hei­mi­sche Pro­duk­te zurück­grei­fen, um letzt­end­lich die regio­na­le Wirt­schaft zu för­dern.

Fes­te und Ver­an­stal­tun­gen der Ein­hei­mi­schen gibt es reich­lich auf den Inseln. Insel­füh­rer geben dar­über Aus­kunft. Eini­ge grund­le­gen­de Wör­ter der ein­hei­mi­schen Spra­che vor einem Besuch zu erler­nen, kann nicht scha­den. Es ist viel­leicht auch eine Fra­ge der Ach­tung vor dem Orts­an­säs­si­gen. Ein­hei­mi­sche füh­len sich geehrt und sind erfreut, wenn man sie mit eini­gen Azo­rea­ni­schen bzw. por­tu­gie­si­schen Wor­ten anspricht – und wenn es nur das Guten Mor­gen ist – zu Por­tu­gie­sich bom dia. Eine Lis­te wich­ti­ger Wör­ter mit Über­set­zun­gen stellt die­se → Internet-Website zur Ver­fü­gung.

Etwa 15.000 Deut­sche besu­chen jähr­lich die Inseln. Bezeich­nend für die gesell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se hier: Es gibt nur ein klei­nes Gefäng­nis auf der Haupt­in­sel Sao Miguel in Pon­ta Del­ga­da. Man sagt, die Zel­len wer­den zum Teil an Tou­ris­ten ver­mie­tet, weil unter­be­legt.

Alle Inseln bestehen auch aus impo­san­ten Gebirgs­zü­gen. Die­se erhe­ben sich oft über Ein­tau­send Meter über den atlan­ti­schen Oze­an. Por­tu­gals höchs­ter Berg, der Pon­ta Do Pico, befin­det sich west­lich des Azo­ri­schen Archi­pels auf der klei­nen gleich­na­mi­gen Insel Pico. Der Berg mit sei­ner klas­si­schen Vul­kan­form über­ragt den Atlan­tik um 2351 m. Eine Bestei­gung des Pico ist mög­lich, soll­te aber gut vor­be­rei­tet sein und ist auf­grund vul­ka­ni­scher Akti­vi­tä­ten nur nach Anmel­dung oder mit Berg­füh­rer gestat­tet.

Vom Pico hat man bei gutem Wet­ter einen Über­blick über alle Inseln des Azo­ri­schen Archi­pel, zu der noch die Inseln Fai­al, Sao Jor­ge,Gra­cio­sa und Ter­ce­i­ra gehö­ren. Die Inseln Cor­vo und Flo­res bil­den west­lich die Azo­rea­ni­sche Ikzidental-Gruppe. Die Azo­rea­ni­sche Oriental-Gruppe besteht im Osten aus den Inseln Sao Miguel und San­ta Maria.

Der Haupt­in­sel Sao Miguel am nächs­ten ist in süd-östlicher Rich­tung die Insel San­ta Maria. San­ta Maria ist die ein­zi­ge Azoren-Insel, die auf rei­nem Sedi­ment­ge­stein ruht, also nicht vul­ka­ni­schen Ursprungs ist. Hier fin­det man wei­ße Sand­strän­de. Alle ande­ren Inseln bie­ten zumeist Sand­strän­de aus schwar­zem, fei­nem Lava­sand. Die kur­zen Sand­strän­de von San­ta Maria befin­den sich zwi­schen steil her­auf ragen­den, hohen Klip­pen.

Ist San­ta Maria auch die Insel, “die aus Träu­men gebo­ren”? Das kann man nur selbst fest­stel­len. Jeden­falls soll dort die Gast­freund­schaft alles Ande­re auf die­ser Welt über­tref­fen. Auf San­ta Maria ist beson­ders emp­feh­lens­wert die Alt­stadt der Hafen­stadt Vila Do Por­to. Jähr­lich fin­det hier auch Mit­te August ein mehr­tä­gi­ges inter­na­tio­na­les Musik­fes­ti­val statt.

Das Tier­reich der Inseln wird beson­ders durch die Lebens­for­men im Atlan­ti­schen Oze­an geprägt. Im Som­mer sind um das Azo­ri­sche Archi­pel nicht nur die Delphin-Schulen mit hun­der­ten Zög­lin­gen unter­wegs. Mit etwas Glück trifft man auch die Wale auf ihren Wan­de­run­gen. 24 Wal- und Del­fin­ar­ten befin­den sich in den Gewäs­sern der Azo­ren.

reise_azoren_3Wie man auf das Archi­pel gelangt

Fähr­ver­bin­dun­gen vom Fest­land zum Azo­ri­schen Archi­pel gibt es kei­ne. Wie kommt man hier­her? Weni­ge Male am Tag star­tet vom inter­na­tio­na­len Flug­ha­fen Pon­ta Del­ga­da zumeist eine der auf Azoren-Flüge spe­zia­li­sier­ten SATA-Maschinen und ver­bin­det so weni­ge Flug­hä­fen der Welt mit die­ser reiz­vol­len Abge­schie­den­heit.

Am bes­ten, man bucht einen direk­ten SATA-Flug von Frank­furt am Main nach Pon­ta Del­ga­da auf Sao Miguel. Der Drei­tau­send Kilo­me­ter lan­ge Flug von Frank­furt am Main aus kann vor­her bequem per Inter­net gebucht wer­den. Die Hin- und Rück­flü­ge fin­den im Som­mer­halb­jahr sonn­tags und mitt­wochs statt – im Win­ter­halb­jahr nur sonn­tags. Wenn’s klappt (am bes­ten als Früh­bu­cher), kos­tet der Flug mit einer moder­nen A320 zu zweit hin und zurück (inklu­si­ve Bahn­trans­fer) nicht mehr als 650,- €.

Hin­wärts star­tet man in Frank­furt am Main, über­quert ca. nach einer drei­vier­tel Stun­de Paris und nach ein­ein­halb Stun­den die Nord­spit­ze Spa­ni­ens. Dann geht aus auf den end­lo­sen Atlan­tik hin­aus. Nach vier Stun­den Gesamt­flug­zeit in knapp elf Kilo­me­ter Flug­hö­he erreicht man den Ziel­flug­ha­fen Pon­ta Del­ga­da auf Sao Miguel. Von hier aus kann man zu den ande­ren, klei­ne­ren Inseln wei­ter­flie­gen oder man rich­tet sich auf die Vor­zü­ge der Azo­rea­ni­schen Haupt­in­sel, unter ande­rem in Mostei­ros ein.

Auf den grö­ße­ren Inseln gibt es regel­mä­ßi­ge Bus­ver­bin­dun­gen oder man mie­tet sich im Flug­ha­fen­ge­bäu­de oder bes­ser im Vor­feld per Inter­net einen Miet-PKW. Wie gelangt man zu den wei­te­ren Inseln? Von Sao Miguel aus kann man zum Bei­spiel die 80 Kilo­me­ter Ent­fer­nung bis zur Insel San­ta Maria ent­we­der mit einem moder­nen Insel­flie­ger der SATA oder mit einer Fäh­re zurück­le­gen. Die Fäh­re benö­tigt 2 Stun­den. Sie bie­tet den gan­zen Reiz des Atlan­tik aus nächs­ter Nähe. Am Hafen in Pon­ta Del­ga­da auf der Insel Sao Miguel ist ein SATA-Flugzeug oder eine Atlanticoline-Fähre bequem vor­ab buch­bar.

reise_azoren_4Die Insel Sao Miguel

Die Haupt­in­sel Sao Miguel erstreckt sich über unge­fähr Fünf­und­sech­zig Kilo­me­ter Län­ge und elf bis fünf­zehn Kilo­me­ter Brei­te. Sie ist die größ­te der neun Inseln.

Begrün­te klei­ne­re und grö­ße­re Vul­kan­hü­gel sind nicht zu über­se­hen und über der gesam­ten Insel ver­teilt. Die Vul­ka­ne haben eine Grö­ße von weni­gen Metern Kra­ter­hö­he bis hin zu einem Kra­ter­durch­mes­ser von meh­re­ren Kilo­me­tern. Je nach Per­spek­ti­ve erschei­nen die Vul­ka­ne mit­un­ter auf­ge­reiht wie auf einer Per­len­ket­te. In den Ein­sturz­kra­tern lie­gen male­ri­sche Seen. Hohe Gebirgs­zü­ge auf den Inseln fal­len steil bis an ihre Küs­ten. Von ihnen flie­ßen ver­schlun­ge­ne Bäche, teils über Was­ser­fäl­le, gespeist von der sub­tro­pi­schen Natur und hei­ßen Quel­len.

Auf Sao Miguel gibt es Unter­künf­te für jeden Geschmack und Anspruch. Das ‘Beach Hou­se’ am Ran­de Mostei­ros bie­tet genau­so sei­nen Reiz, wie das hoch über den Klip­pen gele­ge­ne ein­zel­ne Feri­en­haus und dem Atlan­tik direkt zu Füßen. 6 oder bes­ser 12 Mona­te vor­her soll­te man sich aber um so ein Domi­zil küm­mern, wenn man nicht auf teu­re Standard-Hotelangebote von diver­sen Rei­se­ver­an­stal­tern zurück­grei­fen will.Lebensmittelgeschäft bie­tet

Man begeg­net hier auch freund­li­chen Aus­stei­gern, u. a. aus Deutsch­land, die auch ange­neh­me Feri­en­häu­ser anbie­ten. Man hört also nicht nur den Azo­rea­ni­schen Dia­lekt. Vie­le Ein­hei­mi­sche kom­mu­ni­zie­ren mit Besu­chern auch auf Eng­lisch. Man begeg­net hier auch weni­gen Tou­ris­ten vom por­tu­gie­si­schen Fest­land, aus West­eu­ro­pa und Nord­ame­ri­ka auf ihren Wan­de­run­gen. Einen Mas­sen­tou­ris­mus gibt es hier nicht. Typi­sche Besu­cher erwar­ten das so.

reise_azoren_5Das Dorf Mostei­ros an der West­spit­ze der Insel

Mostei­ros – aus­ge­spro­chen Moste­rosch – ist ein male­ri­scher Ort an der West­küs­te der Insel Sao Miguel sowie west­lich der Hafen- und Ver­wal­tungs­stadt Pon­ta Del­ga­da.

Der Ort liegt geschützt direkt am Meer. Ein klei­ner Fischer­ha­fen bie­tet täg­lich fang­fri­schen Fisch und Mee­res­früch­te. Unweit der Küs­te bil­det eine schö­ne Kir­che das regio­na­le Sym­bol und Zen­trum. Ein klei­nes Lebens­mit­tel­ge­schäft bie­tet Alles für den täg­li­chen Bedarf. In gemüt­li­chen und schlich­ten Restau­rants sind beson­ders die Bife- und Fisch­ge­rich­te ein kuli­na­ri­sches Erleb­nis.

Taxi und regel­mä­ßi­ge Bus­ver­bin­dung nach Pon­ta Del­ga­da sor­gen für ein Aus­kom­men ohne Miet­wa­gen. An einem schwar­zen Lava­sand­strand kann man im Som­mer unter Bade­meis­ter­auf­sicht Baden und Schnor­cheln. An der Nord-Westküste befin­den sich Mee­res­schwimm­be­cken.

Mostei­ros ist ein aus­ge­zeich­ne­ter Aus­gangs­punkt für Wan­de­run­gen auf dem West­teil der Insel Sao Miguel. Auf ver­schie­dens­ten Pfa­den und Wan­der­rou­ten kann man auch die bei­den Vul­kan­se­en Lagoa Azur und Lagoa Ver­de umrun­den mit male­ri­schen Aus­bli­cken in vie­le Rich­tun­gen des Atlan­tik. Eine ande­re unge­fähr ein­stün­di­ge Wan­de­rung führt von Mostei­ros auf einem hoch­ge­le­ge­nen und idyl­li­schen Küs­ten­weg nachGine­tes. Dort fließt direkt an der Küs­te eine hei­ße Quel­le ins Meer. Die Quel­le ist umschlos­sen von einem gro­ßen Fel­sen­be­cken. Dar­in lässt es sich sehr gut im war­men Was­ser schwim­men.

Hat man sich für Mostei­ros auf der Azo­ri­schen Insel Sao Miguel ent­schie­den, fährt man vom Flug­ha­fen Pon­ta Del­ga­da mit sei­nem Miet-PKW oder einem Taxi immer die Küs­ten­stra­ße süd­lich der Insel in Rich­tung Wes­ten. Auf der Fahrt gewinnt man den Ein­druck, die Stra­ße sei für eine Fest­lich­keit geschmückt wor­den. Es sind aber nur die Art von Azo­rea­ni­schen Blu­men – Hor­ten­zi­en genannt – die unüber­seh­bar und über­all in gro­ßen Stau­den Stra­ßen­rän­der, Feld­we­ge, Grund­stü­cke schmü­cken.

Nach etwa 45minütiger Fahr­zeit am Ran­de des Atlan­tik über Ber­ge, Ser­pen­ti­nen und klei­ne Orte kreu­zend sieht man am West­teil der Insel von einem Höhen­zug ober­halb der Klip­pen aus Mostei­ros direkt an einer Bucht des Oze­ans lie­gend. Ab hier geht es nur noch eini­ge hun­dert Höhen­me­ter wie­der steil berg­ab und ist am Ziel.

Unver­se­hens befin­det man sich auf dem Dorf­platz mit sei­ner typi­schen Kapel­le und sei­nen orts­an­säs­si­gen “Alten”, die auf Bän­ken sit­zend ihre täg­li­chen Erleb­nis­se aus­tau­schen. Hier gibt es gleich den klei­nen Ein­kaufs­markt, klei­ne Restau­rants, Geld­au­to­ma­ten und Tele­fon­zel­le. Vom Dorf­platz füh­ren 3 Stra­ßen durch den Ort hin­ab direkt zum Atlan­tik.

Das Wahr­zei­chen des Ortes sind 4 gewal­ti­ge Fel­sen eini­ge hun­dert Meter vor der Bucht von Mostei­ros. Sie bil­den eine natür­li­che Schutz­zo­ne der Bucht mit ihrem schwar­zen attrak­ti­ven Sand­strand vor Stür­men und Mee­res­strö­mun­gen. Das klei­ne Fischer­dorf ist vom Herbst bis zum Früh­jahr oft einer star­ken Bran­dung aus­ge­setzt.

Wie nennt man die schüt­zen­den Fel­sen? Da gibt es unter­schied­li­che Auf­fas­sun­gen. Eine Aus­le­gung ist die fol­gen­de: Der Haupt­fel­sen ganz links sieht wie ein gewal­ti­ges Gebäu­de aus. Es ist das Klos­ter. Die Fel­sen wei­ter rechts sind ver­sto­ße­ne Mön­che. Zwei Mön­che gehen neben­ein­an­der und wei­ter rechts zwei ein­zel­ne Mön­che. Sie ver­las­sen das Klos­ter nie­der­ge­schla­gen, bedrückt und ein­sam. Einer ande­ren Aus­le­gung bzw. Sage nach sind die Fels­in­sel­chen die Zehen des Rie­sen Almou­ros, der unter Sao Miguel döst.

Was hier in kla­ren Näch­ten an der Atlan­tik­küs­te weit ent­fernt vom Fest­land beson­ders auf­fällt: Die Luft und der Ster­nen­him­mel sind ein­ma­lig klar und deut­lich. Man möch­te nach den Ster­nen und dem Mond grei­fen. Die Venus erleuch­tet den Him­mel, dass es des Mon­des nicht bedür­fe, um sich nachts zu ori­en­tie­ren.

In und um Mostei­ros haben sich, wie auch an ande­ren Orten auf der Insel, vie­le deut­sche “Aus­stei­ger” nie­der­ge­las­sen. Eini­ge von Ihnen und auch Ein­hei­mi­sche bie­ten hier zur pri­va­ten Ver­mie­tung schö­ne Feri­en­häu­ser an. Sie lie­gen in Strand­nä­he am Orts­rand oder hoch über den Klip­pen. Mit den Anbie­tern kann man sich in der Regel deutsch oder auch eng­lisch ver­stän­di­gen bzw. per Email wich­ti­ge Vorab- oder Buchungs­in­fo­ma­tio­nen aus­tau­schen.

Fazit

Wer die Azo­ren erlebt hat, ist süch­tig nach Ihnen und wird sie wohl wie­der besu­chen.

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