Vom Tei­len

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Kolum­ne “Port Woling” 2010-11
Moti­viert allein vom Gedan­ken des Tei­lens?

TEILEN ohne Wer­bung, ohne Pro­fit, ohne Hin­ter­ge­dan­ken. Ein mar­kan­tes Bei­spiel ist → WIKIPEDIA. Wer hat die­ses Online-Lexikon noch nicht genutzt? Viel­leicht willst Du eben­falls das Wikipedia-Projekt unter­stüt­zen, aber auch die­se Infor­ma­ti­on wei­ter­ge­ben und tei­len.


VOM TEILEN

TEILEN – Wie Wiki­pe­dia den Begriff erklärt

Tei­len ist das gemein­sa­me Nut­zen einer Res­sour­ce.”

TEILEN – Ver­ständ­nis des Tei­lens
Tei­len ver­steht man im Sin­ne von Tren­nen als auch im Sin­ne von Geben. Was ver­bin­det sich mit Tei­len im Sin­ne des Gebens? Ich den­ke an Begrif­fe wie: Gemein­sam benut­zen, mit­be­nut­zen, unei­gen­nüt­zig zur Ver­fü­gung stel­len, hel­fen, teil­ha­ben las­sen, Teil­nah­me, geben, abtre­ten, in Gemein­schaft leben.

Ich den­ke ein­fach nur an MENSCHLICH.

TEILEN – Was kann man Tei­len?
Als Kern­punk­te fal­len mir ein: Mate­ri­el­le Güter – Ide­en, Vor­stel­lun­gen – ethisch-moralische Wer­te – Infor­ma­tio­nen, Daten – ja, auch gewis­se Res­sour­cen.

TEILEN – Gibt es ein fai­res Tei­len?
Die Rea­li­tät betref­fend habe ich den Ein­druck – wenig wird in der Gegen­wart geteilt durch Mega-Reiche, die damit ihren Reich­tum begrün­den und den Meis­ten Nichts übrig las­sen, frei nach dem Mot­to: “Den Armen den Rest”? Die Welt ist nicht gerecht, aber sie kann gerech­ter gestal­tet wer­den.

TEILEN – Infor­ma­tio­nen tei­len
Wenn ich einen Wunsch frei hät­te, dann den, die gesam­ten geis­ti­gen Errun­gen­schaf­ten die­ser Welt auch wirk­lich Jedem zur Ver­fü­gung zu stel­len. Was ist es schon von Wert, wenn sich zum Bei­spiel bedingt durch staat­li­che Buch­preis­bin­dung oder gesell­schaft­li­che Unter­ent­wick­lung nur Weni­ge die teu­ren Sach­bü­cher leis­ten kön­nen. Wäre es nicht von mehr Wert, alles Wis­sen die­ser Welt Jedem im Inter­net zur Ver­fü­gung zu stel­len? Wäre es letzt­lich so mög­lich, glo­bal die geis­ti­gen Poten­tia­le opti­mal zu ent­fal­ten?

TEILEN – Tei­len von Res­sour­cen
Das Tei­len von Res­sour­cen erfährt eine beson­de­re Bedeu­tung im Umfeld von Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie, Daten und Pro­jek­ten, spe­zi­ell in Computer-Netzwerken, Daten­ban­ken, Arbeits­grup­pen oder Fach­fo­ren. Die­ses Tei­len gab mir auch die Chan­cen, die mir zurück­lie­gend ande­re unei­gen­nüt­zi­ge Auto­ren im welt­wei­ten Inter­net durch ihre frei­en Fach­bei­trä­ge, How­To, FAQ und Hand­bü­chern eröff­ne­ten. Ich konn­te die­ses Wis­sen für mich nut­zen, ohne Hin­ter­ge­dan­ken, Wer­bung oder Pro­fit­stre­ben die­ser Auto­ren.

TEILEN – Ist Tei­len nur unei­gen­nüt­zig?
Wenn man es so betrach­tet, dass der Geben­de auch an sei­nem Tun des Tei­lens dazu­lernt, zum Bei­spiel an Erfah­rung, neu­em Wis­sen, aber auch Freu­de am Geben, dann ist das Tei­len wohl nicht unei­gen­nüt­zig. Was soll’s – es ist ganz mensch­lich. Ent­schei­dend ist doch das gemein­sam Gewon­ne­ne und die Freu­de  sowie Effi­zi­enz über das gemein­sam Genutz­te.

TEILEN – Tei­len im Inter­net
Ich bin seit vie­len Jah­ren ein Ver­fech­ter des Tei­lens im Inter­net, einem höchst frei­em (aber nicht rechts­frei­em) Ort. Es ist auch ein zutiefst huma­nis­ti­scher Gedan­ke dahin­ter. Es wir­ken hier unter ande­rem Men­schen, die allein oder vor­der­grün­dig vom Gedan­ken des Tei­lens moti­viert sind. Natür­lich – das Inter­net hat sich auch zum Markt­platz ent­wi­ckelt. Und es gibt auch die Ande­ren – Spam und skru­pel­lo­se Geschäf­te­ma­cher tum­meln sich eben­falls hier.

TEILEN – Bei­spiel für Tei­len
Ich den­ke, es gibt auch die vie­len, guten Bei­spie­le eines fai­ren Tei­lens. Ein mar­kan­tes Bei­spiel für Tei­len ist das Online-Lexikon WIKIPEDIA. Wer hat die­ses Lexi­kon noch nicht genutzt? Viel­leicht gibt es mal wie­der einen Anlass, die­se Arbeit auch zu unter­stüt­zen. Wie kann man unter­stüt­zen? Man hilft mit durch Mit­ar­beit an Arti­keln oder auch finan­zi­el­le Zuwen­dung für die Exis­tenz die­ser uner­schöpf­li­chen Quel­le.

TEILEN – Kin­der über das Tei­len
Kin­der sagen: “Tei­len macht kei­nen Spass.” Oder auch: “Meins, deins, komm wir tei­len das, mal wird eins mehr, mal wird eins weni­ger, aber immer wird aus mei­nem und dei­nem UNSER.” Der Spruch ent­stammt der Web­site → www.kidsweb.de. Kin­der sehen alle Din­ge mit ihren Augen recht ein­fach und prak­tisch. Was sehen wir aus den ver­schie­de­nen Aus­sa­gen? Das Tei­len zu betrach­ten, ist wohl nicht immer ganz tri­vi­al.

TEILEN – Ande­re zum The­ma Tei­len
Der Sozi­al­psy­cho­lo­ge Erich Fromm drück­te in sei­nem gesell­schafts­kri­ti­schem Werk »Haben oder Sein« (Unter­ti­tel: Die see­li­schen Grund­la­gen einer neu­en Gesell­schaft) von 1976 dazu Fol­gen­des aus. “In der Exis­ten­zwei­se des Habens fin­det der Mensch sein Glück in der Über­le­gen­heit gegen­über ande­ren, in sei­nem Macht­be­wusst­sein und in letz­ter Kon­se­quenz in sei­ner Fähig­keit, zu erobern, zu rau­ben und zu töten. In der Exis­ten­zwei­se des Seins liegt es im Lie­ben, Tei­len, Geben.”

TEILEN – Sein und Bewusst­sein
Das Bewusst­sein über »Macht-Erlangen-Müssen« und »Macht-Ausüben« wird die Welt nicht ver­bes­sern. Die Wur­zel des Übels liegt im »Nicht-Teilen-Können«. Ich den­ke, dass Sein bestimmt das Bewusst­sein. Also geben wir immer wie­der Bei­spie­le von Tei­len, um als Gat­tung Mensch am Beweis zu arbei­ten, dem Tier­reich ent­stie­gen zu sein.

TEILEN
Ich per­sön­lich möch­te an die­ser Stel­le nur eins – die­se Gedan­ken tei­len.

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Hin­weis: Die­sen Bei­trag ver­öf­fent­lich­te ich am 15.11.2010 unter mei­ner Domain www.untersuhl.info (UiZ - Untersuh­ler Internet-Zeitung 01.08.2002 bis 28.10.2016 - sie­he ↗ Screen­shot). Nach Schlie­ßung der UiZ  über­nahm ich den Bei­trag auf die­se neue Web­site.

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